Shell Spickzettel

Eingaben/Ausgaben

>DATEI
    Standard-Ausgabe (1) in DATEI schreiben
1>DATEI
    Standard-Ausgabe (1) in DATEI schreiben
>>DATEI
    Standard-Ausgabe (1) an DATEI anhängen
2>DATEI
    Fehler-Ausgabe (2) in DATEI schreiben
&>DATEI
    Standard- und Fehlerausgabe in Datei schreiben
<DATEI</strong>
    Standard-Input aus DATEI lesen
N<DATEI</strong>
    DATEI mit dem Datei-Deskriptor Nummer N als nur-lese verknüpfen
N>DATEI
    DATEI mit dem Datei-Deskriptor Nummer N als nur-schreiben verknüpfen
N<>DATEI
    DATEI fuer schreib/lese-Zugriffe als Nummer N öffnen
N<< TRENNER
    der folgende Text bis zum Auftreten einer Zeile, in der nur TRENNER steht, wird als Eingabestrom verwendet

echo <<TEXTENDE
eine Zeile
noch eine
TEXTENDE

N<<- TRENNER
    dito - führende Tabulatoren werden jedoch ignoriert

  • als DATEI kann auch immer &N (mit N als Zahl) verwendet werden, um eine Kopie des entsprechenden Datei-Deskriptors zu verwenden (also 2>&1 lenkt die Fehlerausgabe auf die Standard-Ausgabe um)
  • &- als DATEI schließt den angegebenen Strom

Befehls-Verkettungen


||
  ODER - führt das folgende Kommando nur aus, wenn das erste nicht mit Fehlercode 0 beendet wurde
&&
    UND - nur, falls das erste Kommando erfolgreich war

  • Die Kommandos werden nacheinander ausgeführt


&
    das Programm wird im Hintergrund ausgeführt

{ BEFEHLE; }
    führt die Befehle in der aktuellen Shell aus (Vorsicht - falls durch eine UND-/ODER-Verknüpfung die schließende Klammer übersprungen wird, führt das zu irritierenden Fehlermeldungen)
(BEFEHLE)
    führt die Befehle in einer neuen Shell aus (also werden keine Variablen der aktuellen Shell verändert usw.)

Anführungsstriche


doppelte
    Variablen und rückwärtige Anführungsstriche (Backticks) werden aufgelöst
einfache
    beides wird nicht aufgeloest
rückwärtige
    der Text wird als Kommando interpretiert und liefert dessen Ausgabe zurück

Strukturen

 

  • while- und for-Schleifen können durch "break" beendet und durch "continue" mit der nächsten Iteration fortgesetzt werden
  • BEDINGUNG ist üblicherweise ein Programm, dessen Exit-Code verwendet wird
    • falls dazu das builtin "test" verwendet wird, ist auch die verkürzte Schreibweise: "[ TEST_PARAMETER ]" möglich (die Leerzeichen zwischen den eckigen Klammern sind wichtig!)
    • BEDINGUNG kann auch eine beliebig lange Liste von Kommandos sein - relevant ist nur der Exit-Code des letzten Befehls
  • anstelle der Zeilenumbr+che kannst du natürlich auch ein Semikolon verwenden

while

while BEDINGUNG
   do BEFEHL
   BEFEHL
done

  • BEDINGUNG ist dabei irgendein Programm, das entweder den Exit-Code 0 (=wahr) oder eine einen beliebigen anderen Exit-Code (=falsch) zurückliefert - häufig ist dies das Programm test

until
   siehe "while" - einfach "until" stattdessen einsetzen

for

for VAR in LISTE
  do BEFEHL
  BEFEHL
done

  • VAR ist der Name (ohne "$") der Variablen, die das aktuelle Element aus LISTE enthaelt
  • dabei solltest du LISTE nicht in Anfuehrungsstriche setzen, damit die einzelnen Parameter nicht als Ganzes interpretiert werden

if

if BEDINGUNG
       then    BEFEHL
               BEFEHL
       else    BEFEHL
               BEFEHL
  fi

case

case $VARIABLE in
       a|b )
               BEFEHL
               BEFEHL
               ;;
       c )
               BEFEHL
               ;;
       * )
               BEFEHL
               ;;
  esac

String-Funktionen (Variablen-Substitution)

in Abhängigkeit vom Status der Variablen

${var}
    die Variable
${var:-default}
    falls die Variable nicht gesetzt ist, wird der default-Wert zurückgegeben
${var:=default}
    falls die Variable nicht gesetzt ist, wird ihr der default-Wert zugewiesen

    ${var:?[meldung]}: falls die Variable nicht gesetzt ist, wird meldung (oder ein Standard-Text) an Standard-Error ausgegeben und das Skript mit Fehlercode beendet - ansonsten wird der Variablenwert zurückgegeben
${var:+alternative}

    falls die Variable gesetzt ist, wird alternative zurückgegeben, ansonsten der Wert der Variable (also null (leer))

Anmerkung zu den vorherigen Beschreibungen:

    * "nicht gesetzt" bedeutet eigentlich "nicht gesetzt oder null"
    * falls wirklich nur "nicht gesetzt" gemeint ist, dann muss der Doppelpunkt weggelassen werden

zeichenorientiert

${#var}

    die Anzahl der Zeichen in var
${var:offset}

    einen Teilstring von var, beginnend beim Zeichen Nr. offset
${var:offset:length}

    liefert length Zeichen von var beginnend bei Zeichen Nr. offset

Ersetzungen

${var%regexp}

    entfernt das kleinstmögliche Suffix, für das regexp zutrifft (aus var=gurgelFressFisch und regexp=F.*$ wird somit gurgelFress
${var%%regexp}
    entfernt das größtmögliche Suffix, fuer das "regexp" zutrifft (das obige Beispiel ergibt dann "gurgel")
${var#regexp}
    entfernt das kleinstmögliche Präfix
${var##regexp}
    entfernt das größtmögliche Präfix

* Erklärung: entfernt bedeutete in den vorangegangenen Beispielen nicht, dass die Variable verändert wird, sondern, dass dieser Teil des Strings nicht zurückgeliefert wird

gebräuchliche Beispiele

${DATEINAME%.pdf}

    liefert den Inhalt von DATEINAME ohne die Endung .pdf (nur zur Perfektion: da ein Punkt in einem regulären Ausdruck als beliebiges Zeichen interpretiert wird, würde beispielsweise auch die Endung zpdf entfernt werden - korrekt wäre also: ${DATEINAME%\.pdf)

Berechnungen

mit $((formel)) koennen einfache arithmetische Operationen ausgefuehrt werden

    * alle Variablen in der Berechnung muessen mit dem ueblichen Dollarzeichen markiert werden (fuer ash erforderlich - fuer bash nicht)
          o

            Vorsicht: i=$(($i+1)) und i=$((i+1)) ist fuer die bash nicht dasselbe - ersteres wird als unendliche Rekursion abgelehnt und letzteres liefert das erwartete Resultat (bei der ash funktioniert nur die erste Variante)

wichtige Shell-Variablen

$1 .. $9
    die Parameter beim Skript-Aufruf (koennen mit "shift" weitergeschoben werden, um an die folgenden Parameter zu gelangen)
$0
    der Name des Shell-Skripts
$*
    alle Parameter der Shell
$@
    so aehnlich, wie "$*"
$#
    die Anzahl der Parameter
$?
    Exit-Code der letzten Pipeline bzw. des letzten (Vordergrund-)Kommandos
$!
    Exit-Code der letzten Pipeline bzw. des letzten (Hintergrund-)Kommandos
$$

    die pid (Prozessnummer) des Skripts

wichtige builtins

. DATEI
    liest DATEI ein und führt deren Zeilen in der aktuellen Shell aus (wichtig, um die Variablen der aktuellen Shell beeinflussen zu können)
eval STRING
    wertet STRING aus und führt die resultierende Zeichenkette aus
read [-p TEXT] VAR

    gibt eventuell TEXT aus und wartet auf eine Eingabezeile von Standard-Input - diese wird VAR zugewiesen (es können auch mehrere Variablennamen angegeben werden - diese enthalten dann die einzelnen (durch Leerzeichen oder Tabulatoren getrennten) Teile der Eingabe; in der letzten Variablen steht immer der verbleibende Rest der Eingabe) - der Eingabestrom kommt oft aus einer Datei: read liefert dann einen Fehlercode zurück, wenn das Dateiende erreicht wird
set
    Shell-Optionen setzen

    -x
        jede Skript-Zeile (nach Variablenexpansion usw.) ausgeben, bevor sie ausgeführt wird
    -u
        falls eine verwendete Variable nicht gesetzt ist, dann beende das Skript mit Fehler (schützt vor Tipp-Fehlern)
    -e

        Skript sofort abbrechen, falls ein Kommando mit Fehler beendet wurde (gilt nicht fuer test, if, ||-Verkettungen usw.)

shift [n]

    rückt die aktuellen Parameter ($1 usw.) um n weiter
test
    RTFM
trap AKTION SIGNALE

    führt AKTION (in einfachen Anführungsstrichen) aus, wenn das Programm eins der angegebenen Signale empfängt; die Signale können als Zahlen oder per Name angesprochen werden; "0" bedeutet Skript-Ende
exit [X]

    beendet das Skript und gibt den Exit-Code X (bzw. 0) zurück

Funktionen

name () BEFEHL

oder

name ()
{
  BEFEHL
  BEFEHL
}

    *

      return X liefert den Exit-Code X zurück
    * die Parameter der Funktion sind als "$1" bis "$9" verfuegbar
    * der Aufruf einer Funktion startet einen eigenen Prozess
    *

      Variablen, die nur innerhalb der Funktion gültig sein sollen, müssen bei der ersten Verwendung durch ein vorangestelltestes local markiert werden
    * der Aufruf einer Funktion erfolgt einfach durch ihren Namen