Hilfe für Flüchtlingskommunikation

Für viele, die ihre Heimat verlassen, ist das Smartphone oft das einzige, was sie mitnehmen können. Gleichzeitig ist es oft die einzige Möglichkeit, mit der Familie und Freunden im Kontakt zu bleiben. Diese Geräte werden auf der Flucht als Navigationshilfe, Nachrichtenquelle, Kommunikationsmittel und teilweise auch als Sprachtrainer genutzt. Gerade in Berlin angekommen, möchte man mit Verwandten und Freunden Kontakt aufnehmen und sich im Internet über Berlin und aktuelle Nachrichten informieren[1]. Internetzugang in den Flüchtlingsunterkünften und bei den Registrierungsstellen gibt es nicht. Ein Internetzugang - für viele Deutsche selbstverständlich. Für zehntausende Flüchtlinge in Deutschland schlicht unbezahlbar.
 
WLAN-Antennenanlage auf dem GSZM Hochhausdach, Foto: Thomas Osterried (IN-Berlin)Dieses Projekt möchte diesen Mißstand abstellen, indem es die wartenden Flüchtlinge am LAGeSo sowie auch in der neu geschaffenen Erstaufnahmeeinrichtung in der Kruppstraße mit Internet versorgt. Wir sehen auch, dass sich die Leute teilweise 3-4 Wochen auf dem Gelände aufhalten, bis ihre Wartenummer aufgerufen wird. In der Zeit sollte man ihnen zumindest eine gute Möglichkeit zur Kommunikation bereitstellen.
 

Situation im November 2015

Der IN-Berlin[2] hat bereits als Projekt die Flüchtlinge in der Erstaufnahmeeinrichtung beim LAGeSo in Moabit von einen Rechenzentrumsstandort in unmittelbarer Nähe per WLAN mit Internet versorgt [3]. Dafür hat der Verein insgesamt schon viel Geld aus eigenen Mitteln investiert.  Die durch das Projekt geschaffene und den Flüchtlingen zur Verfügung stehende Bandbreite (netto ca. 22 MBit/s symmetrisch) war nie für eine so große Menge Menschen gedacht: Derzeit versorgt das WLAN am LAGeSo pro Tag mind. 1000 unterschiedliche Flüchtlinge (Zählung nach Anzahl der Geräte), wobei normalerweise etwa 200-250 Menschen gleichzeitig online sind. Für die 200-250 parallelen Nutzer ist der bereits realisierte Ausbau zu wenig. Jedoch ist ein weiterer Ausbau mit eigenen Mitteln nicht möglich, wir sind auf Unterstützung angewiesen.
 

Ziele dieses Projektes

Kurzfristig soll eine deutlich spürbare Verbesserung der WLAN-Anbindung der Erstaufnahmeeinrichtungen erreicht werden. Dazu soll im ersten Schritt eine Richtfunkstrecke zwischen den Standorten aufgebaut, um die Bandbreite auf ausreichende 800-1000 Mbit zu erhöhen. Danach soll dann auch die Anzahl der Accesspoints erhöht werden, bzw. der Standort der Erstaufnahmeeinrichtung in der Kruppstr. erstmalig mit Accesspoints versorgt werden. Für die kalte Jahreszeit sind auf dem Gelände des LAGeSo noch große Zelte hinzugekommen in denen sich die Flüchtlinge tagsüber aufhalten. Diese Zelte sind derzeit noch nicht versorgt, sollen aber im Rahmen des Projekts in die Versorgung einbezogen werden. Der Aufbau soll dabei so erfolgen, dass auch in den Zelten langfristig ein stabiler und sicherer Betrieb gewährleistet ist, damit den wartenden Flüchtlingen ein dauerhafter Zugang zum Internet ermöglicht wird.
 
Nach der Einrichtung einer stabilen Infrastruktur ist im weiteren Projektverlauf eine Zusammenarbeit mit anderen Organisationen wie Freifunk[4] oder Refugees Emancipation[5] oder auch Refugees On Rails[6] angedacht, um die neu entstandenen Internetzugänge so gut wie nur möglich weiter zu verteilen beziehungsweise sinnvoll zur Weiterbildung der Flüchtlinge zu nutzen.
 
Ein wichtiger Punkt des Projektes ist die Vermittlung des notwendigen Wissens zur Planung, Aufbau und Technik von WLAN/Netzwerk Infrastruktur an interressierte Menschen. Dazu werden wir Workshops in unseren Vereinsräumen anbieten.
 

Projektbudget

Für Erweiterungen der bestehenden Anlage, sowie Anbindung des neuen Standorts benötigen wir Gelder für die Anschaffung von Hardware. Die zu erwartenden Kosten bei Vollausbau betragen etwa 10.000 bis 12.000 Euro. Die zu erwartenden Kosten bei einem Minimalausbau betragen etwa 2500 - 3000 Euro.
 
Ob und wie gut wir den Ausbau und damit die Versorgung realisieren können hängt stark von der Endsumme ab die wir für dieses Projekt sammeln können. Dabei sind wir auf Spenden angewiesen, da wir schlicht diese hohen Kosten nicht mehr aus eigenen Mitteln realisieren können. Bitte unterstütze uns daher mit einer Spende.
 

Bitte Spenden für dieses Projekt

Beim Verwendungszweck bitte "Zweckgebunden: refugee" angeben, damit wir die Spende korrekt dem Projekt zuordnen können. 
 
Bankverbindung:
Bank..................:  GLS Gemeinschaftsbank eG
BLZ...................:  430 609 67
Kontonummer...:  115 169 4200
IBAN................:  DE45 4306 0967 1151 6942 00
BIC...................:  GENODEM1GLS
 
Wir sind als gemeinnützig vom Finanzamt anerkannt. Ab einem Betrag von 100 EUR für Privatleute oder 500 EUR für Firmen nennen wir den Spender auf Wunsch auf den Unterstützer-Seiten. Auf Wunsch stellen wir eine Spendenbescheinigung aus. Für Spenden bis 100 EUR akzeptiert das Finanzamt übrigens auch den Überweisungsbeleg + Kontoauszug. Damit wir eine Spendenquittung ausstellen können bitte eine kurze Mail mit den Kontaktdaten an kasse@belug.de.
Mehr Informationen und auch alternative Möglichkeiten zu Spenden auf unserer Spendenseite[7].
 

Danke an die bisherigen Spender

Vielen Dank an folgende Personen oder Firmen, die dieses Projekt durch Geld oder Sachspenden unterstützt haben.

Unterstützer dieses Projekts (Stand 2016/01)
Wer hat gespendet Was wurde gespendet
IN-Berlin

Uplink und Traffic ins Internet

science + computing ag

2000 Euro

6Minutes Media GmbH

1000 Euro
Qipu Gmbh

300 Euro

anonym

200 Euro

Silvia K.

100 Euro

anonym

50 Euro

 
Die Manpower für Ausbau und Betrieb der notwendigen Anlagen ist (sowohl fachlich als auch personell) durch die beiden Vereine Belug und IN-Berlin dauerhaft abgesichert. Alle Mitglieder und Förderer arbeiten dabei ehrenamtlich. Vielen Dank dafür, ohne Eure Hilfe wäre dieses Projekt nicht zu schaffen!
 

Weitere Informationen zum Projekt

Für die Kommunikation existiert die Mailingliste[8] refugee-wlan@mlists.in-berlin.de.

Bitte subscribed Euch auf der Liste, wenn ihr an diesem Projekt mitarbeiten möchtet oder an Updates zu diesem Projekt interessiert seid.

 

Erste Arbeiten (ab Ende Dezember 2015)

Nachdem Mitte Dezember 2015 die ersten Spenden für dieses Projekt eingingen konnte die notwendige Technik für die Erweiterung des Uplink in Richtung LAGeSo sehr zügig beschafft werden.

Am 18.12. fand in den Räumen der Belug ein sehr gut besuchter Workshop statt, in dem die Hardware vorgestellt wurde.

Am 22. und 23.12.2015 wurden die beiden neuen AcessPoints montiert und gleich in Betrieb genommen. Die Richtfunk-Verbindung zum LAGeSo ist seitdem mit max. 866 Mbit stabil. Leider stellte sich beim Einbau kurz vor Weihnachten auch heraus, dass die Infrastrukturverkabelung nicht mehr für die angedachten Geschwindigkeiten bzw. POE-Klassen geeignet ist: Es wurden anstelle 1GBit maximal 100 MBit übertragen. Die Konsequenz: Teile der Verkabelung müssen erneuert werden, damit die neue Hardware voll genutzt werden kann.

Die Infrastrukturverkabelung auf dem Dach des Haus A am LAGeSo wird deshalb ab dem 11.01. erneuert, nachdem die dazu notwendigen Teile geliefert wurden.

 

Erste Erfolge (Januar 2016)

WLAN Durchsatz der neuen AP auf dem GSZM , Foto: Thomas Osterried (IN-Berlin)
Das Bild zeigt die WLAN-Statistik von Dezember 2015. (Klick aufs Bild zum vergrößern)
Bis Beginn KW52 sind gut die Öffnungszeiten sichtbar, da Nachts und am Wochenende das WLAN abgeschaltet werden musste. Mittlerweile ist das aufgehoben: Flüchtlinge dürfen jetzt rund um die Uhr auf's Gelände. Das Maximum lag bis KW52 bei ca. 25 MBit, was dem Maximum der alten Funkstrecke entsprach.
Am 22./23. nahmen wir die neue Funkstrecke in Betrieb, die Kurve eckt nun nicht mehr bei 25 MBit an. Die peaks (pink) werden schmaler. Länger anhaltende Datenströme (blau) werden höher. Zu Weihnachten und über den Jahreswechsel haben wir kaum Nutzer verzeichnet. Heute (3.1.2016) sah man wieder einige, in den letzten 24h 128 unterschiedliche Clients. Ein Großteil außen eingebucht. Dort herrscht bei -8 bis -2 Grad Dauerfrost, Brrr. Insgesamt 14089 unterschiedliche Gräte haben wir seit Inbetriebnahme unserer Technik gesehen.